Volksbank im Märkischen Kreis präsentiert den „Lagebericht Mittelstand 2016“

Stimmung des Mittelstandes im dritten Jahr auf hohem Niveau

Lüdenscheid, 7. Juli 2016 Am Firmensitz der Firma DIAL GmbH in Lüdenscheid präsentierten die Volksbank-Vorstände Karl-Michael Dommes und Roland Krebs die Ergebnisse der Unterneh-mensbefragung 2016. Nach dem Spitzenwert der Unternehmerzufriedenheit im Jahr 2015 trübt sich die Stimmung 2016 ein, bleibt aber im dritten Jahr in Folge auf hohem Niveau. Demzufolge ist die Investitionstätigkeit der Unternehmen etwas zurückhaltender als in den vergangenen Jahren. Die Beschäftigtenzahlen wollen über dreiviertel der Unternehmen konstant halten. Als aktuelle Handlungsfelder identifizierten die Befragten die Themen Bürokratie, Arbeiter- und Fachkräftemangel und Lohn- bzw. Gehaltskosten. Flüchtlinge am Arbeitsmarkt und Attraktivität der Region bildeten Sonderthemen in der Befragung.

Mit 133 Befragungsteilnehmern aus dem unternehmerischen Mittelstand im Geschäftsgebiet der Volksbank im Märkischen Kreis konnten die Zahl der Teilnehmer, die ihre Einschätzung zur wirtschaftlichen Entwicklung und zu Erwartungen für die Zukunft abgaben, gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Vorstandssprecher Karl-Michael Dommes: „Wir freuen uns über die hohe Resonanz auf unsere Befragung.“

Das Stimmungsbarometer sank im Vergleich zur letzten Befragung in 2015 ab, hielt sich aber auf hohem Niveau. In der Betrachtung der einzelnen Wirtschaftszweige stellt sich die Stimmungslage unterschiedlich dar: Während sie sich im verarbeitenden und Dienstleistungsgewerbe eintrübt, verbessert sich der Stimmungsindex bei Handel und Bau auf neue Rekordstände. Die durch das niedrige Zinsniveau angeregte Baukonjunktur macht diese Entwicklung verständlich.

Für die kommenden Monate sind die Unternehmen aus dem Geschäftsgebiet der Volksbank im Märkischen Kreis grundsätzlich weiterhin zuversichtlich, gegenüber der Befragung im Frühjahr 2015 nahm der Anteil der Unternehmen, die eine weitgehend unveränderte Geschäftslage erwarten, aber von 59 Prozent auf 50 Prozent ab. Gestiegen ist in der Folge der Anteil der Unternehmen, die auf eine ver-besserte Geschäftslage setzen. Allerdings sieht inzwischen jedes zehnte Unternehmen künftig auch eine leichte Verschlechterung der geschäftlichen Lage. Unverändert befürchtet kein Unternehmen eine deutlichere Eintrübung.

Besonders optimistisch sind derzeit die Unternehmen aus dem Bau- und Ausbaugewerbe, wo mehr als die Hälfte der Unternehmen (58 %) auf eine weitere Verbesserung der Geschäftslage hoffen. Dirk Jedan, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Märkischer Kreis, sieht gar einen Hype im Baugewerbe, der durch das niedrige Zinsniveau getrieben ist.

Die Einschätzung zu Kosten und Preisen hat sich gegenüber der bisherigen wenig verändert. Die meisten Befragten (51 %) stellen weitgehend konstante Kosten fest. Etwas weniger Unternehmen berichteten von gestiegenen Kosten (44 %). Angesichts meist stabiler Kosten hielt auch eine Mehrheit von 56 Prozent ihre Absatzpreise konstant. Allerdings konnten oder mussten mit 26 Prozent mehr

Unternehmen ihre Preise senken als sie erhöhen konnten (18 %). Für die nähere Zukunft erwarten die Unternehmen bei der Kostenentwicklung weitgehend eine Fortsetzung der Entwicklung der vergangenen Monate. Hoffnungen, steigende Kosten auf die Preise überwälzen zu können, machen sich aber nur wenige Unternehmen.

Gefragt nach der Investitionstätigkeit zeigten sich die Unternehmen zurückhaltender als im Vorjahr. Gut die Hälfte hielt ihre Investitionen konstant und 31 Prozent weiteten sie aus, mit 16 Prozent reduzierten jedoch auch mehr Befragte ihre Investitionen. Für den weiteren Jahresverlauf nimmt die Inves-titionsfreude auch ab: 58 Prozent wollen investieren – im Vergleich zu 2015 waren es hier noch 69 Prozent. Volksbank-Vorstand Roland Krebs stellte fest: „Wir glauben, dass der Zenit der Investitionen überschritten ist.“

Die Bundesagentur für Arbeit stellte für den Märkischen Kreis im April einen Rückgang der Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr auf 6,7 Prozent fest. Die Dynamik des Beschäftigungswachstums bei den von der Volksbank im Märkischen Kreis befragten Unternehmen blieb hoch. So hielten 63 Prozent ihre Beschäftigungszahlen konstant und 28 Prozent der Befragten bauten sie sogar aus. Die positiven Tendenzen am Arbeitsmarkt scheinen auch weiter anzuhalten: So planen 78 Prozent ihre Beschäftigungszahlen konstant zu halten.

Bei der Frage nach den drängendsten Problemfeldern für die mittelständischen Unternehmen aus der Region gab es einige deutliche Verschiebungen. Die Bürokratie musste die ungeliebte Position als das meistgenannte Problemfeld halten. Mittlerweile ist dieser Bereich sogar für 52 Prozent der Unter-nehmen problematisch geworden. Deutlich relevanter geworden ist auch der Arbeiter- und Fachar-beitermangel, den 47 Prozent als belastend empfinden. 60 Prozent der Befragten vermuten sogar, dass dieser Bereich perspektivisch ein wichtiges Problemfeld wird. Die Schwierigkeit der Personalbe-schaffung könnte damit sogar die grundsätzlich positive Beschäftigungsentwicklung ausbremsen.

Die Einstellung von Flüchtlingen ist bei den meisten der Befragten derzeit kein Thema – nur 3 Prozent der Unternehmen halten es für sehr wahrscheinlich. Entscheidender Faktor für die Einstellung sind nach Auffassung der Befragten die Deutschkenntnisse. So sehen 75 Prozent mündliche und 39 Prozent schriftliche Kenntnisse der Sprache als wesentliche Voraussetzung für ein Beschäftigungsverhältnis.

In der anschließenden Diskussion über dieses Thema stellten die anwesenden Bürgermeister übereinstimmend fest, dass die Kommunen ihre Aufgaben hinsichtlich der Aufnahme von Flüchtlingen gut gemeistert hätten. Zunehmende Herausforderungen wurden von ihnen durch die gestiegene Bürokratie festgestellt. Die kommunalen Finanzen belasteten auch die Kosten der Flüchtlingsbetreuung, die von den finanziellen Zuweisungen des Bundes nur teilweise gedeckt werden.

Antonius Wiesemann, Bürgermeister in Neuenrade, unterstricht die Unterstützung ehrenamtlicher Helfer: „Wenn Ehrenamt nicht so gut aufgestellt wäre hätten wir ein Problem. Ich bin stolz auf die Leistung der Ehrenamtlichen.“ Bezogen auf eine mögliche Lösung des Fachkräftemangels durch die Einstellung von geflüchteten Menschen fiel die Einschätzung eher ernüchternd aus. „Die Realität hat gezeigt, dass die wenigsten geflüchteten Menschen Fachkräfte sind“, resümierte Thorsten Schäfer von der Agentur für Arbeit in Lüdenscheid. Gleichwohl sei die Motivation zur Arbeit gerade bei Geflüchteten mit geringer Bleiberechtsperspektive sehr hoch.

Vor dem Hintergrund des Arbeits- und Fachkräftemangels wurden die Befragungsergebnisse zur Attraktivität der Region als Faktor bei der Personalbeschaffung diskutiert. Nach Einschätzung der überwiegenden Zahl der Befragten ist sie wichtig (51 %) oder sogar sehr wichtig (26 %).

Über die Attraktivität des eigenen Standortes waren die befragten Unternehmen geteilter Meinung. 43 Prozent von ihnen beurteilen ihn als attraktiv und 2 Prozent sogar als sehr attraktiv, hingegen 51 Prozent als weniger attraktiv oder unattraktiv (3 %).

Für die Attraktivität der Region wurden Schulen und Kindergärten als besonders relevanter Faktor bewertet, wohingegen vergleichsweise selten ein Fehlen festgestellt wurde. Das Fehlen von Freizeitangeboten wird als problematischer gesehen, da 52 Prozent es für attraktivitätsrelevant halten und 46 Prozent ein unzureichendes Angebot diagnostizierten.

Neben den in der Befragung erhobenen Attraktivitätsfaktoren wurde durch die Diskutanten das Thema Infrastruktur als Standortfaktor benannt. Zum einen Infrastruktur im Sinne von Straßen und Autobahnen wie der A45, zum anderen Infrastruktur im Sinne von Breitbandversorgung von Unter-nehmen, aber auch der privaten Haushalte. Peter Sieger, Vorstand des Vereins Sauerland Initiative, sagte, dass eine 50 Mbit Datenleitung heute nicht mehr ausreichend sei und forderte hier mehr Inves-tition. „Wir dürfen den Anschluss an die digitale Zukunft nicht verlieren“, betonte er in seinem Diskussionsbeitrag. Der stellvertretende Landrat Detlef Seidel merkte an, dass der Märkische Kreis das Thema im Blick hat, aber „Breitband dauert einfach zu lange“.

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