Referentin des VolksbankForum 2013 begeistert über 300 Gäste in Meinerzhagen

Margot Käßmann zu Gast bei der Volksbank

Meinerzhagen, 16. Mai 2013    Über 300 Gäste folgten am gestrigen Abend in der Meinerzhagener Stadthalle einem Impulsvortrag der bekannten Pastorin Prof. Dr. Dr. Margot Käßmann zum Thema: "Was wirklich zählt. Christliche Werte in unserer Gesellschaft".

Wenn die vielen Finanz- und Wirtschaftskrisen der letzten Jahre einen Sinn haben, dann vielleicht diesen: Sie werfen die Frage nach den Werten neu auf, die in unserer Gesellschaft gelten“, eröffnete Vorstandssprecher Karl-Michael Dommes am gestrigen Abend das VolksbankForum 2013 in der Stadthalle Meinerzhagen. Die Ankündigung der hochkarätigen Referentin in diesem Jahr hatte im Vorfeld bei der Volksbank sehr schnell zu vielen Anmeldungen geführt, so dass die Stadthalle mit über 300 Personen voll besetzt war.

Zur Wahl der Referentin führte Dommes aus: „Als Genossenschaftsbank sind wir traditionellen Werten wie Fairness, Vertrauen, Verlässlichkeit, Nähe und Solidarität verpflichtet. Sie sind zentraler Bestandteil unserer genossenschaftlichen Rechtsform und prägen unsere Art, Bankgeschäft zu betreiben.“ Damit sei die Volksbank klar anders als viele andere Banken, die in den vergangenen Jahren Mitverursacher der Finanzkrise waren. Hauptrednerin Käßmann verstand es direkt zu Beginn ihres Vortrages, die Bedeutung von Werten in der heutigen Gesellschaft aufzugreifen, warf jedoch - zur Erheiterung der Zuhörer - mit Blick auf Dommes einleitende Worte ein: „Die Tatsache, dass mich die Volksbank heute Abend eingeladen hat, bedeutet nicht, dass die Krisen ein biblisches Ausmaß angenommen haben.“

Mit ihrer langjährigen Erfahrung als Seelsorgerin, Bischöfin und als kritische Beobachterin des Zeitgeschehens widmete sich Käßmann in ihrem Impulsvortrag dem, was aus ihrer Sicht wirklich wichtig ist für die Gesellschaft: den christlichen Werten, die im täglichen Leben wertvoll angewendet werden können – und dies unabhängig von der individuellen Einstellung zu Religion. Die evangelisch-lutherische Theologin setzte eine klare Botschaft: Die Wirtschaft dürfe nicht eigenständig unser gesamtes Leben bestimmen, sondern müsse im Einklang mit allen Bestandteilen einer Gesellschaft funktionieren. Käßmann betonte: „Es muss eine Ethik des „Genug geben“ und bezog sich dabei auf eine Übertragung der zehn Gebote in die heutige Welt. Sie erteilt der vorherrschenden „Geiz-ist-geil“-Einstellung eine klare Absage: „Die Schnäppchenmentalität vernachlässigt den Anfang der Produktionskette. Siehe die aktuelle dramatische Situation in Bangladesch.“

Käßmann fordert eine Zivilgesellschaft, die hinschaut, die eigenständig denkt und in der sich jeder individuell die Sinnfrage stellt: Wie will ich leben? Auch die Wichtigkeit von Traditionen hob Käßmann hervor: „Wir benötigen nicht nur Innovation. Wir benötigen Rituale, die Halt geben.“ Übersetzt in die Sprache der liebsten Sportart der Deutschen schloss Sie mit: „Nur wer ein Standbein hat, kann auch ein Spielbein haben.“

Für ihren rund 40-minütigen Vortrag erhielt Käßmann lang anhaltenden Applaus, obwohl der Abend noch nicht vorbei war. Nach dem Impulsvortrag diskutierte Moderator Dirk Glaser (Geschäftsführer der Südwestfalen Agentur) mit Vertretern der lokalen Kirche, der Volksbank sowie aus Wirtschaft und Politik das Thema weiter. Neben Käßmann stellten Petra Handke (Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Meinerzhagen), Petra Crone (Mitglied des Deutschen Bundestages), Jörn Bielenberg (Sprecher der Geschäftsführung der August Rüggeberg GmbH & Co. KG, Marienheide) und Roland Krebs (Vorstandsmitglied der Volksbank im Märkischen Kreis eG) dar, wie es in ihrem jeweiligen Tätigkeitsumfeld um das Wertethema bestellt ist.

 

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