Abteilung Finanzen

Ein Rechnungswesen gehört zu jedem Unternehmen. Dort werden entstehende Geld- und Leistungsströme erfasst und überwacht. Klingt langweilig? Ist es nicht, erzählt Pascal Nowak​ aus unserer Abteilung Finanzen im Interview - genauso wenig wie sein spannendes Hobby, das Abwechslung zum Schreibtischjob bietet.

Herr Nowak, Sie sind in der Unternehmenssteuerung in der Abteilung Finanzen tätig. Was sind dort die Aufgabenfelder?

Nowak: Unsere Abteilung ist das, was früher als Rechnungswesen oder Buchhaltung bezeichnet wurde. Wir kümmern uns zum einen weiterhin um die Aufgaben des klassischen Rechnungswesens, wie die Bearbeitung und Begleichung sämtlicher Eingangsrechnungen und die Erstellung des Jahresabschlusses der Bank, zum anderen haben wir viele Spezialaufgaben, beispielsweise im Bereich des Devisen- und Derivategeschäfts. Wir sind zwar oft im Hintergrund tätig, treten aber auch mit unseren Kunden in Kontakt, zum Beispiel bei verlorenen Kontoauszügen, der Erstellung von Steuerbescheinigungen und Saldenbestätigungen oder der Recherche von Zahlungsaufträgen. Die Mitglieder unserer Bank freuen sich über unsere Abteilung am meisten nach der Vertreterversammlung, dann veranlassen wir die Auszahlung von Dividenden und Genussrechtszinsen.

Sie sind auch für die Steuerzahlungen der Volksbank zuständig. Wie hoch fielen diese in den vergangenen Jahren aus?

Nowak: Die Volksbank hat in den vergangenen vier Jahren durchschnittlich circa 4,7 Millionen Euro pro Jahr an ergebnisabhängigen Steuern gezahlt. Davon sind im Durchschnitt pro Jahr 2,4 Millionen EUR über die Gewerbesteuer direkt den Städten und Gemeinden unseres Geschäftsgebiets zugeflossen. Zu erwähnen ist außerdem, dass die Mitarbeiter der Volksbank 2016 Lohnsteuer in Höhe von rund 3,5 Millionen EUR gezahlt haben. Hiervon fließen immerhin 15 Prozent zurück in unsere Region.

Aktuell wird viel über Regulatorik in Banken diskutiert. Was ist das überhaupt und was bedeutet diese konkret für Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen?

Nowak: Der Begriff Regulatorik ist vor allem durch die 2007 ausgelöste Finanzkrise in den Vordergrund gerückt. Regulatorik beschreibt eine Reihe von gesetzlichen Vorgaben und Anforderungen, die wir als Bank schon immer einhalten mussten, die aber seitdem erheblich umfangreicher und teilweise verschärft worden sind. In unserer Abteilung zeigen sich diese Änderungen vor allem durch erhöhte Berichtspflichten gegenüber der Deutschen Bundesbank und der Europäischen Zentralbank. Teilweise werden monatlich umfangreiche Meldungen über unsere Finanz-, Liquiditäts- und Ertragslage abgefragt. Für die Bearbeitung und Beantwortung sind wir verantwortlich. Darüber hinaus hat die Bank gestiegene Informations- und Dokumentationspflichten gegenüber Mitgliedern und Kunden zu erfüllen, beispielsweise bei Baufinanzierungsanfragen oder den seit 2015 jährlichen Informationen über das Einlagensicherungssystem. Die Genossenschaftsbanken unterhalten übrigens bereits seit über 82 Jahren ein Sicherungssystem.

Was machen Sie zum Ausgleich ihrer Schreibtischtätigkeit im Privaten?

Nowak: In meiner Freizeit engagiere ich mich vor allem in der Freiwilligen Feuerwehr in Nachrodt-Wiblingwerde und Iserlohn. Hierbei erfahre ich viel Unterstützung durch die Bank, die mich in der Vergangenheit für teilweise mehrwöchige Lehrgänge oder Seminare freigestellt hat und mich vor allem im Einsatzfall immer gehen lässt. Dies ist leider keine Selbstverständlichkeit mehr, wie viele meiner Mitstreiter bei der Feuerwehr selbst erleben. Es unterstreicht aber das Engagement für die Region und die genossenschaftliche Philosophie. Die Arbeit in der Feuerwehr ist für mich der ideale Ausgleich, da sie vor allem körperlich und technisch geprägt ist und so für Abwechslung zum Büroalltag sorgt.